Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung

Digital - Vital: Hintergrundwissen

February 16, 2018

Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung - die aktuelle rechtliche Lage

 Die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung ist im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) gesetzlich verankert. Seit September 2013 besteht für jedes Unternehmen, unabhängig der Größe, die gesetzliche Pflicht eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung durchzuführen.

 Branchenübergreifend

 Das Arbeitsschutzgesetz gilt branchenübergreifend für alle Arbeitgeber sowohl in der Privatwirtschaft als auch für den öffentlichen Dienst. Groß- und Kleinbetriebe werden in der Gesetzesgrundlage gleichermaßen berücksichtigt.

 Wo liegt die Verantwortung für die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung?

 Arbeitgeber sind nach §5 des Arbeitsschutzgesetzes verpflichtet, jeden Arbeitsplatz durch eine Beurteilung auf seine psychischen Belastungen hin zu überprüfen. Grundsätzlich ist der Arbeitgeber für die Planung, Durchführung und Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung in seinem Betrieb verantwortlich. Er muss die Gefährdungsbeurteilung jedoch nicht selber durchführen, sondern kann fachkundige externe Dienstleister damit beauftragen (§13 Abs. 2 ArbSchG).

 Betriebs- oder Personalrat

Existiert in ihrem Unternehmen ein Betriebs- oder Personalrat, stehen diesem bei der Planung und Durchführung der Gefährdungsbeurteilung Mitbestimmungsrechte zu.

So verfügt der Betriebsrat über ein Initiativrecht mit dem er die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung einfordern kann. Weiterhin hat er ein Mitwirkungsrecht bei der Auswahl von Methoden und Beurteilungsschwerpunkten.

Dadurch können Arbeitnehmervertretungen auf die Durchführung und Qualität der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung aktiv Einfluss nehmen.

 Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung

 Aus der Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung muss erkennbar sein, dass die Gefährdungsbeurteilung effektiv durchgeführt wurde. Sie ist nach § 6 ArbSchG gesetzlich verpflichtend.

 Ihre Unterlagen müssen folgende Angaben enthalten:

·      Beurteilung der psychischen Belastung

·      Festlegung konkreter Maßnahmen einschließlich Terminen und Verantwortlichen

·      Durchführung der Maßnahmen einschließlich Wirksamkeitskontrolle

·      Datum der Erstellung/Aktualisierung

 

Ähnliche Beiträge:

Digital – Vital: Hintergrundwissen – Belastung und Beanspruchung

 

Dr. Ina Rosemeier

Seit über 17 Jahren befasse ich mit dem, was mich am meisten fasziniert: Bewegung und Gesundheit. Bewegung ist für mich gleichermaßen Motor und Herzensangelegenheit. Ich möchte den Menschen, mit denen ich zusammen arbeite, Impulse geben, sich zu bewegen und ihr Leben aktiv zu gestalten.

Ähnliche Artikel