Stressmanagement

Power für die Psyche – Der Faktencheck

November 14, 2016

Stress, Burnout und Depression sind zur Zeit in aller Munde.

Medien sehen „Burnout als Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts“ und Ärzte sprechen vom „Zeitalter der Depression“.

Auch in unserem persönlichen Umfeld sind in den vergangenen zwei Jahren drei Freunde mit der Diagnose Depression für mehrere Monate krankgeschrieben worden.

Wir stellen uns nun die Frage, womit das zu tun hat und ob psychische Erkrankungen im Zeitalter der Digitalisierung wirklich zugenommen haben. Und machen den Faktencheck.

Die schlechte Nachricht zuerst:

Ja, die Anzahl der psychischen Erkrankungen und erschöpfungsbedingten Ausfällen ist in Deutschland enorm gestiegen.

Seit 2005 haben sich Depressionserkrankungen fast verfünffacht. Die Depression ist aber nur eine von vielen möglichen psychischen Erkrankungen und Belastungen. Die Spannweite reicht von Schlafstörungen bis zu Angstattacken.

Eine Untersuchung des BKK Dachverbands kam zu dem Ergebnis, dass die Deutschen 2005 ca. 43 Millionen Tage wegen psychischer Störungen und Verhaltensauffälligkeiten ausfielen. Im Jahr 2014 fehlten sie schon 102 Millionen Tage.

Das ist ein Anstieg von 59 Millionen Tagen in einem Zeitraum von 9 Jahren, Tendenz steigend.

Neben dem Leid des Einzelnen sind psychische Erkrankungen aber auch für Unternehmen eine Herausforderung. Denn die Folge ist häufig eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit oder gar der Verlust des Mitarbeiters.

Keiner unserer drei Freunde möchte beispielsweise in seinen alten Job zurückkehren.

Jetzt die gute Nachricht:

Diese Entwicklung ist umkehrbar, wenn alle Beteiligten – Unternehmen und Mitarbeiter - etwas tun. Gesunde Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie aktiv darauf achten, dass ihre Mitarbeiter gesund bleiben – seelisch und körperlich. Sie sorgen durch ihre Arbeitsbedingungen für ein gesundes und motivierendes Umfeld, in dem Mitarbeiter Leistung erbringen können ohne sich dabei völlig zu verausgaben und krank zu werden.

Aber auch jeder Mitarbeiter ist gefragt, eigenständig auf sein Wohlbefinden zu achten und für seine Bedürfnisse und seine Gesundheit einzustehen.

In den folgenden Wochen möchten wir euch unser Energie-Power-Konzept vorstellen und es mit euch teilen. Damit geben wir Unternehmen, Führungskräften und Mitarbeitenden Informationen, Hinweise und Tipps, wie Arbeitsbedingungen erfolgs- und menschenorientiert gestaltet werden können. Und wie jeder selbst Verantwortung für sein oder ihr Wohlergehen übernehmen kann.

Um unseren Akku wieder aufzuladen, müssen wir wissen, was uns gut tut und wie wir dieses Wissen anwenden – unser Beitrag „Erholungskompetenz – Wie erhole ich mich richtig?“ geht auf die Suche nach umsetzbaren Strategien und Hilfestellungen.

In weiteren Beiträgen zu „Wertschätzender Kommunikation“ und „Die Kraft der Selbstorganisation“ stellen wir euch vor, was Unternehmer und Führungskräfte tun können, um ihre Mitarbeiter wirksam zu unterstützen.

Wir wünschen euch für die nächsten Wochen viele anregende Impulse bei der Lektüre.

Dr. Ina Rosemeier

Seit über 17 Jahren befasse ich mit dem, was mich am meisten fasziniert: Bewegung und Gesundheit. Bewegung ist für mich gleichermaßen Motor und Herzensangelegenheit. Ich möchte den Menschen, mit denen ich zusammen arbeite, Impulse geben, sich zu bewegen und ihr Leben aktiv zu gestalten.

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