Stressmanagement

Wie bleibe ich gelassen?

November 15, 2016

Zur Ruhe kommen und entspannen ist gar nicht so einfach. Wer Geist und Körper fit halten will, braucht den Wechsel zwischen Belastung und Erholung. Im Sport hat sich diese Erkenntnis seit langem etabliert. Übertrage das Prinzip auf Deinen Arbeitsalltag und spüre die damit verbundene Leistungssteigerung!

Heute ist ein ganz normaler Tag für Katrin. Sie arbeitet als Teamleiterin in einem mittelständischen Unternehmen.

Um 6.15 Uhr klingelt der Wecker. Aufstehen, Kaffee kochen.  Dabei die Nachrichten lesen – online, versteht sich. Vorher wurden natürlich die Emails gecheckt.

Katrin ist müde und denkt, dass sie viel zu früh aufstehen muss. Gerne würde sie jetzt weiterschlafen.

Dann duschen, frühstücken, und zur Arbeit fahren. Das normale Programm.

Im Büro erledigt sie die Mailpost, führt Telefonate, arbeitet an einem neuen Konzept und nimmt an zwei Meetings teil.

Wie fast täglich fühlt sie sich gehetzt und unter Zeitdruck.

Sie ist froh, dass ihre Verabredung zum Mittagsessen ausfällt. Natürlich nutzt sie die gewonnene Zeit, um noch schnell etwas von dem zu erledigen was liegengeblieben ist.  

Abends sitzt sie erschöpft und ausgelaugt zuhause und fragt sich, was sie am heutigen Tag wirklich zu Ende gebracht und erledigt hat. Reichlich wenig findet sie.

Dabei hat sie sich so bemüht. Und abgemüht. Und sie ärgert sich über sich selbst:

Habe ich zu viel zu tun? Oder fehlt mir die richtige Arbeitstechnik? Oder das passende Zeitmanagement? Was mache ich falsch?

Keine Höchstleistung ohne Erholung!

Leistungssportler wissen es längst: Körper und Geist brauchen nach der Trainingsbelastung Erholungszeit. In den Pausen regeneriert der Körper, um sich auf die neue Trainingseinheit vorzubereiten und das alte Energieniveau wieder zu erreichen.

Und nicht nur das – im Gegenteil! Der Körper gleicht die Ermüdung nicht nur aus, er kompensiert sogar über die Maßen hinaus! Er ahnt sozusagen, dass wir erneut auf die Idee kommen könnten, zehn Kilometer um den nächstgelegenen See zu laufen, und bereitet sich in weiser Voraussicht darauf vor.

Durch die Trainingsbelastung und die darauffolgende Regeneration lernen wir schneller und länger zu laufen. Durch den stetigen Wechsel zwischen Be- und Entlastung verbessern wir Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden.

Trainingswissenschaftler widmen seit langem den Erholungsphasen die gleiche Aufmerksamkeit wie den Belastungsphasen.

Und wir finden, was im Sport gilt, gilt ebenso für Beruf und Alltag! Um gesund und leistungsfähig zu sein, brauchen wir den Wechsel zwischen Belastung und Erholung.

Unser heutiger Tipp zum Aufladen Ihrer Akkus:

Kurzpausen zur Regeneration einlegen.

Pausen während der Arbeit sind unverzichtbar für den Erhalt von Leistungsfähigkeit und Motivation.

Kurzpausen reichen oft schon und bewirken sehr viel.

Für Büroarbeiter gibt es eine Faustregel: nach max. 55 Minuten Bildschirmtätigkeit  2 bis 3 Minuten Pause machen und etwas völlig anderes tun, als an die Arbeit zu denken.

Damit deine Pause richtig gut wird, mache folgendes:

• Körperhaltung ändern – raus aus dem Schreibtischstuhl. Bewegung tut gut.

• Kopfinhalt ändern – frag deinen Kollegen nach dem besten Rezept für Spaghetti mit Tomatensauce.

• Ort ändern – ich gehe gerne mal zu meinen Kollegen in die 3. Etage (20 Stufen rauf und wieder runter).

Wichtig: Pausen sind keine Frage der Zeit, sondern der Disziplin!

Übung zur Selbstreflexion: Damit Sie ein besseres Gefühl dafür bekommen, wann Sie Erholung brauchen, zeichnen Sie Ihre persönliche Leistungskurve und vergleichen sie mit IhrenErholungsphasen.

Wer seine individuelle Leistungskurve kennt, kann mit seinen Energien besser haushalten. Das Risiko häufig an oder über seine Leistungsgrenze zu gehen wird deutlich geringer.

Wann sind Ihre Leistungshochs? Wann fällt Ihre Energie ab? Und wie können Sie Ihre Arbeits- und Tagesplanung anpassen?

Dr. Ina Rosemeier

Seit über 17 Jahren befasse ich mit dem, was mich am meisten fasziniert: Bewegung und Gesundheit. Bewegung ist für mich gleichermaßen Motor und Herzensangelegenheit. Ich möchte den Menschen, mit denen ich zusammen arbeite, Impulse geben, sich zu bewegen und ihr Leben aktiv zu gestalten.

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