Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung

Innere Stärke für Menschen und Teams

August 12, 2019

Stress und Energieverlust in agilen Teams und was man dagegen tun kann

  1. Die Lebens- Und Arbeitsbedingungen verändern sich
  2. Decken Sie Stressquellen auf und schaffen Sie einen Rahmen für Veränderung


Wir erleben aktuell eine rasante Veränderung unserer Lebens- und Arbeitswelt.

Viele Menschen, mit denen wir sprechen, berichten, dass sie ihre Arbeit dichter und intensiver erleben als noch vor fünf Jahren. Sie sprechen von „es wird immer mehr“ und „ich kann diese Menge an Arbeit gar nicht mehr schaffen“.
Erschwerend kommt hinzu, dass neben dem geforderten Fachwissen immer stärker kommunikative und soziale Anteile im Arbeitsprozess in den Fokus rücken. Einzelkämpfer können kaum mehr bestehen.

Diese Entwicklung hat zwei wichtige Gründe:

1. den enormen wirtschaftlichen und technologischen Fortschritt, den wir gerade erleben. Die Halbwertzeit des technologischen Wissens hat sich auf 1,5 Jahre reduziert. Zum Beispiel werden unsere Computer alle fünf Jahre zehnmal schneller.

2. die enorme Menge an Daten und Informationen, mit der wir täglich arbeiten. Die Möglichkeit sich Informationen zu beschaffen, diese zu verteilen und sich über soziale Netzwerke auszutauschen erscheint fast grenzenlos und wächst immer weiter. 2011 umfasste das digitale Universum bereits 1,8 Zetabytes. Bis 2020 wird die Datenmenge voraussichtlich auf 35 Zetabytes anwachsen (vgl. Graf 2012).


Mit dem digitalen Fortschritt verändern sich gleichzeitig auch die Anforderungen, die die neue Arbeitswelt an Menschen stellt.

Plötzlich wird kritisches Denken, kognitive Flexibilität und Arbeiten im Team gefordert

Das alles verlangt verantwortungs- und wertebewusste Menschen. Bleiben Menschen in ihrer alten Denk- und Handlungslogik stecken, die Analytik und Fleiß in den Vordergrund stellte, entstehen oft Dysfunktionen, die sich bremsend auf die Leistungsfähigkeit auswirken und oft nur schwer aufzulösen sind.

Jedes Unternehmen strebt nach Produktivitätsverbesserung und sucht nach Wegen, um im globalen Wettbewerb erfolgreich zu sein. Gleichzeitig suchen Menschen nach einer sinngebenden beruflichen Tätigkeit, die ihnen persönliche Freiheit gibt.

Dieses Zusammenspiel von Sinngebung, Leistungsfähigkeit und Freiheit beschreiben wir als innere Stärke. Auf organisationaler Ebene helfen klare und transparente Strukturen und eine am Prozess orientierte wertschätzende Kommunikation, um innere Stärke aufzubauen. Auf persönlicher Ebene bildet sich innere Stärke durch Selbstverantwortung, Selbstreflexion und empathische Verbundenheit.

Wie können Menschen und Teams innere Stärke aufbauen?

1. Lernen Sie Ihre Stressquellen und die Orte des Energieverlustes kennen (keine oder wenige soziale und kommunikative Kompetenzen, fehlende Rollenklarheit, destruktive Führung)

2. Sorgen Sie für echte Teamstrukturen (richtige Größe, Handlungsspielraum)

3. Unterstützen Sie Menschen dabei, tragfähige Beziehungen aufzubauen (Vertrauen, Konfliktbereitschaft, Selbstverpflichtung)

4. Stellen Sie sicher, dass ausreichende fachliche Kompetenzen vorhanden sind (Entwickeln Sie Lernbewusstsein als Prozess)


Aufdecken von Stressquellen und Energieverlust mit der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung

Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung kann beim Aufbau von innerer Stärke helfen. Sie zielt darauf ab, einen Rahmen für Veränderung zu schaffen und Probleme anzusprechen. Sie deckt Stressquellen und Energieverluste auf Organisationsebene und im zwischenmenschlichen Bereich auf. Ihr Ziel ist es, wirksame Maßnahmen für bessere Teamarbeit, mehr Gesundheit und höhere Kreativität zu entwickeln.

Wir verstehen die Gefährdungsbeurteilung als einen Entwicklungs- und Gestaltungsprozess, der blinde Flecken in der Organisation sichtbar macht und von den Ideen und dem Veränderungswillen der Beteiligten lebt.

Das Andersdenken und Neuentwickeln von Zielen, Aufgaben und sozialem Miteinander geschieht in kleinen Schritten, die in regelmäßigen Abständen überprüft und erneuert werden müssen. Von den Mitwirkenden braucht es Mut und Veränderungswillen, denn es geht um eine andere Art zu denken, zu entscheiden und sich abzustimmen.

Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung ist deshalb immer ein Prozess, nie ein einmaliger Aufschlag.


Die wichtigsten Tipps

1. Machen Sie keine halben Sachen und zeigen Sie, dass Sie den Prozess ernst nehmen und besser werden wollen – als Mensch und als Unternehmen!

2. Seien Sie sich in jedem Prozessschritt bewusst, dass eine Veränderung der Ausgangssituation das Ziel des Projektes ist.

3. Nehmen Sie Ihre Kollegen und Mitarbeitenden mit. Jeder Beteiligte muss einen Vorteil haben, sonst funktioniert es nicht. Machen Sie sich auf die Suche nach Vorteilen und einem Konzept, das für alle attraktiv ist.

4. Die praktische Herangehensweise haben wir in unseren BLOG-Beiträgen Digital-Vital beschrieben. Hier finden Sie eine Anleitung, die Ihnen beim Vorbereiten und Durchführen hilft.


Beitrag aktualisiert am 07.08.2019

Dr. Ina Rosemeier

Seit über 17 Jahren befasse ich mit dem, was mich am meisten fasziniert: Bewegung und Gesundheit. Bewegung ist für mich gleichermaßen Motor und Herzensangelegenheit. Ich möchte den Menschen, mit denen ich zusammen arbeite, Impulse geben, sich zu bewegen und ihr Leben aktiv zu gestalten.

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